Der große Notebook-Hersteller-Service-Check. Heute: HP – ehm. Hewlett Packard

HEUTE IM CHECK:  HP

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Das Unternehmen:
Die HP Inc. (bis 1. November 2015 lautete die Unternehmensbezeichung Hewlett-Packard Company) ist einer der größten PC- und Notebook-Hersteller in den USA. Die Unternehmenszentrale befindet sich in in Palo Alto, Kalifornien.
Am 1. November 2015 wurde die Hewlett-Packard Company nach einer Unternehmensaufspaltung in HP Inc. umbenannt. Und deswegen stellt das Kürzel HP keine Abkürzung für Hewlett-Packard mehr dar, sondern ist nun die offizielle Firmierung.

Im Jahr 2011 kündigte HP an, sich aus dem PC und Notebookmarkt verabschieden zu wollen. Bis heute verkauft das Urgestein jedoch noch immer in großen Stückzahlen mobile Geräte und PC-Systeme. Dabei ist HP der Hersteller mit der wohl größten Preis-Spannweite bei Notebooks – Geräte von 200 EUR bis knapp 3.000 EUR sind derzeit zu kaufen.

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Grundsätzlich bewegt sich HP im  PC- und Notebookmarkt hinsichtlich des Services und der Qualität im Branchendurchschnitt. Für uns als Ersatzteil-Shop und Service-Center für Notebook-Reparaturen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit HP etwas unpersönlich. Der Hersteller „versteckt“ sich oft hinter den Distributoren, die Informationsbeschaffung ist schwierig, die Kommunikationswege sind verschlungen.

HP in Deutschland:
In Deutschland sind die Aktivitäten des Unternehmens in der HP Deutschland GmbH mit Sitz in Böblingen organisiert.
http://www8.hp.com/de/de/home.html.

Die Notebook-Palette von HP:
Die Notebooks und Tablets von HP sind in die Bereiche Consumer (Privatanwender) und Business (Geschäftskunden) eingeteilt. Spezielle Gerätelisten bestehen für das Premium Segment und für Gaming-Produkte.

Im Anwendungsgebiet „Heim & Unterhaltung“ finden sich verschiedene Notebook-Modelle der Serien Omen, Envy, Spectre und Pavilion. Unsere Beobachtung geht dahin, dass HP die Modellreihenbezeichnung Pavilion wohl auslaufen lässt. Immer mehr Consumergeräte tragen stattdessen nur noch die Bezeichnung HP-Notebook, gefolgt von einer Modellnummer.
Im Anwendungsgebiet „Arbeit & Business“ finden sich u.a. die Modellreihen Elite Book, Spectre Pro und Z-Book.

Die Modellbenennung bei HP ist umständlich. Nach der Modellreihenbezeichnung folgt eine weiterführende Produktnummer, die für den Kunden nicht aussagekräftig und sehr verwirrend ist, denn innerhalb einer Modellreihe sind die Notebooks und Tablets von HP nur noch über diese Produktnummern zu unterscheiden.

Auch oder gerade bei der Ersatzteilbeschaffung macht sich diese Bezeichnungs- und Kennzeichnungs-Systematik oft nachteilig bemerkbar. Die genaue Bestimmung der Geräteausführung muss über die auf dem Typenschild angebrachte Produktnummer (P/N) erfolgen. Diese Typenschilder sind unserer Erfahrung nach bei HP meist nur schwer lesbar, weil viel zu klein. Und zudem steht die Modell- bzw. Produktnummer bei den verschiedenen Modellen stets an unterschiedlichen Positionen des Typenschildes. Nicht gerade verbraucherfreundlich, wie wir finden, denn dadurch wird dem Verbraucher die Identifizierung des eigenen Gerätes unnötig erschwert.

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Produktstrategie:
Neben Notebooks & Tablets vertreibt HP auch Desktop-PCs, Drucker, Monitore und Zubehör. Zwischenzeitlich bestehende Gerüchte, dass sich HP vom Desktop-PC-Markt zurückziehen will, haben sich nicht bewahrheitet.  Hinsichtlich der Notebook- und Tablet-Produktstrategie zeigt die aktuelle Entwicklung, dass HP sich wieder verstärkt im Consumerbereich engagiert und mit vielen sehr günstigen Modellen am Markt antritt.

BEREICH NOTEBOOK-REPARATUR

Organisation von Reparaturen und Service:
HP hat in seine Reparaturen und den After-Sales-Service in Deutschland über zertifizierte HP Service Center organisiert.

Übliche Reparaturdurchlaufzeiten:
Laut Website des HP-Kundensupport nehmen Reparaturen in der Regel 5 bis 10 Werktage in Anspruch, teilweise auch aufgrund von Ersatzteilbestellungen oder Versandproblemen länger.

Konstruktionsbedingte Schwachstellen der Notebooks aus Sicht der Fachwerkstatt:
Bei vielen HP Consumer-Notebooks besteht, wie bei etlichen anderen Notebook-Herstellern übrigens auch, eine Problematik hinsichtlich der der Display-Scharniere bzw. deren Verschraubungen am Bottom-Case. Diese Verschraubungen sind vielfach minderwertig ausgeführt und deswegen brechen die Scharnieraufnahmen am Bottom-Case sehr oft ab.

Entwarnung gibt es hingegen in letzter Zeit hinsichtlich einer früher bei HP bestehenden Problematik mit den Grafik-Chipsätzen. Weil in den neuen Modellen die Grafik-Chipsätze standardmäßig im Prozessor integriert sind, bereiten diese nun keinerlei Probleme mehr.

Insgesamt ist die Produktqualität bei HP Notebooks etwas besser geworden und naturgemäß sind die Business-Geräte qualitativ deutlich besser als die Consumer-Notebooks. Die Langzeit-Statistiken unserer Notebook-Reparatur-Werkstatt weisen für HP-Notebooks keine besonderen „Problembären“ mehr auf. Die  konstruktiven Mängeln im Bereich der Grafikkarten-Qualität der Serien Pavilion DV 5-Serie, Pavilion DV7-Serie, oder, noch früher, die DV 6000- und DV 9000-Serien gehören zum Glück für die HP Kunden der Vergangenheit an.

BEREICH ERSATZTEILE

Ersatzteilsituation:
Will man Ersatzteile für HP Notebooks beschaffen, so gibt es für getrennte Vorgehensweisen für Consumer- und Business-Notebooks. Für Consumer-Notebooks lassen sich die Ersatz- und Zubehörteile in der Regel beschaffen.  Es fällt auf, dass es einen direkten Zusammenhang mit dem Kaufpreis der Gerät und der Ersatzteilversorgung gibt. Oft werden bei preisgünstigen Consumergeräten schon kurz nach Ablauf der Garantie auch verschiedene Erstzteile „End of Life“ gesetzt und sind damit nicht mehr beschaffbar. Hier rächen sich die unpersönlichen Vertriebswege – da der Hersteller damit auf wertvolles Feedback verzichtet.

Lieferzeiten für Ersatzteile:
Die durchschnittlichen Lieferzeiten der Ersatzteile für HP Notebooks und Tablets bewegen sich im normalen Rahmen der Branche, stellen also keine Probleme dar. Dies gilt für Consumer- und Businessgeräte gleichermaßen.

Ersatzteilpreise (relevante Warengruppen zur Beurteilung: Akkus, Netzteile, Mainboards):
Die Preise, die seitens HP für Ersatz- und Zubehörteile aufgerufen werden, liegen ebenfalls im Branchendurchschnitt. Das Ersatzteil-Preisniveau bewegt sich damit im Bereich der ACER-Ersatzteile und liegt etwas günstiger als bei den Konkurrenten Fujitsu und Lenovo. Auch was die Ersatzteilqualität betrifft liegt HP nach unseren Erfahrungen im Mittelfeld.

Produktfälschungen (Akkus/Netzteile):
Wir beobachten, dass via UK einige Produktfälschungen z.B. von Akkus angeboten werden. Man kann zwar bei HP solche Produktfälschungen melden, der Hersteller geht gegen diese Produktfälscher unseres Wissens nach aber nicht sehr konsequent vor.

ZUSAMMENFASSUNG:
HP bewegt sich hinsichtlich des Services für seine Notebooks & Tablets im Branchendurchschnitt. Für uns als Ersatzteil-Shop und Notebook-Fachwerkstatt gestaltet sich die Zusammenarbeit mit HP etwas unpersönlich. Der Hersteller „versteckt“ sich oft hinter den Distributoren, die Informationsbeschaffung ist schwierig, die Kommunikationswege sind verschlungen. Eine allgemeine Aussage auf die Servicequalität von HP aufgrund des Markennamens ist nur schwer zu treffen. Vielmehr hängt es vom gekauften Produkt ab, was man nach dem Kauf noch an Service vom Hersteller angeboten bekommt. Bleibt zu hoffen, dass HP sich nicht doch noch entscheidet vom Markt zu verschwinden.

Wir vergeben für HP eine 2.2

Im Branchendurchschnitt: Das Ergebnis für HP im IPC Notebook-Hersteller Service-Check.

Im Branchendurchschnitt: Das Ergebnis für HP im IPC Notebook-Hersteller Service-Check.

(Bewertung nach deutschem Schulnotensystem auf einer Skala von 1 bis 6, wobei 1 die beste und 6 die schlechteste Bewertung darstellt).

Im November 2016 unter der IPC-Lupe: Der Notebook-Hersteller Toshiba.
Freuen Sie sich schon auf unseren nächsten Hersteller Check.