Welche Festplatte benötige ich für meinen Server? Reicht SATA oder muss es doch eine SAS Festplatte sein?

SATA oder SAS Festplatte? Diese Frage stellt sich vor allem bei kleineren Betrieben bei der Serverwahl sehr häufig. In diesem Artikel erfahren sie was für ihren Anwendungsbereich die richtige Wahl ist.

Kompatibilität zwischen den zwei Protokollen

Wahrscheinlich das Wichtigste für die meisten ist, welche Festplatten denn überhaupt in ihr System passen. Denn so kann man vielleicht alte Platten weiterverwenden.

Eine SATA Festplatte ist vielseitiger als eine SAS Festplatte. Sie lässt sich sowohl am SATA Anschluss, welchen man in jedem Desktop PC findet betreiben, aber auch an SAS Controllern funktioniert sie ohne Probleme. SAS Festplatten hingegen sind weniger vielseitig. Sie funktionieren nur an den teuren aber Feature reichen SAS Controllern.

Die Vorteile des SAS (Seriell Attached SCSI) Protokolls

Der Nachfolger des lange veralteten SCSI Protokolls baut zwar auf SATA auf, wurde aber von Grund auf für Server Anwendungen entwickelt. Deswegen hat er spezielle Eigenschaften, welche ihn für diese genau passend machen.

Anschlüsse sind auf große Systeme ausgelegt

Zum einen ist die Verkabelung zu beachten. Wer einmal einen SAS Controller mit vier Ports gesehen hat, dem wird auffallen, dass dieser nur einen physischen Anschluss besitzt. Dies liegt daran, dass die Anschlüsse am Controller immer zu vier Kanälen gebündelt sind. Mit einem speziellen Kabel lassen sich also vier Festplatten anschließen, oder man leitet sie gebündelt an eine Backplane weiter. Diese ermöglichen den einfachen Wechsel der Platten, dank Hot Plug auch im laufenden Betrieb. Ein schneller und problemloser Tausch der Festplatten ist oft essentiell für IT Administratoren. Denn so kann im Falle eines Defekts, nicht nur der reibungslose Betrieb gewährleistet werden, sondern auch, dass keine entscheidenden Daten verloren gehen.

Zwei Computer können auf eine Platte zugreifen

Für den reibungslosen Betrieb besitzt SAS noch ein weiteres sehr wichtiges Feature welches SATA fehlt, das sogenannte Dual Porting. Eine SAS Festplatte besitzt nämlich zwei Anschlüsse. Diese kann man verwenden, um ihre Bandbreite zu verdoppeln, aber noch viel wichtiger ist, dass man so mit zwei System gleichzeitig auf sie zugreifen kann. So könne für besonders wichtige Anwendungen zwei Systeme auf die gleichen Platten zugreifen. Im Falle, dass eines davon ausfällt kann so das zweite ohne jegliche Downtime übernehmen.

Mehr Festplatten als Ports

Für große Datenmengen, bei denen viele Festplatten benötigt werden sind sogenannte Expander besonders wichtig. Diese lassen sich an Controller anschließen oder sind oft schon in Backplanes integriert. Expander ermöglichen es an einen Port mehr als eine Festplatten an zu schließen. Inzwischen gibt es Expander von 4 auf 36 Ports.

Außerdem sind SAS Festplatten für den Betrieb in Servern ausgelegt. So ist die Kompatibilität mit Servern garantiert, wenn man sie direkt vom Hersteller oder einem autorisierten Händler, wie IPC kauft.

Preis, der Vorteil der SATA Festplatte

SATA Festplatten sind um einiges günstiger als ihr SAS Äquivalent, dies liegt zum einen daran, dass sie die oben erklärten Features nicht haben, aber auch, dass sie für einen weniger anspruchsvollen Betrieb ausgelegt sind. Dies heißt aber keineswegs, dass alle SATA Festplatten schlecht sind und im Serverbetrieb nach wenigen Monaten den Geist aufgeben. Inzwischen gibt es von vielen Herstellern Modelle, welche auch für den 24/7 Betrieb in einem Server mit vielen anderen Platten ausgelegt sind und die gleiche Qualität wie SAS Festplatten haben.

Lösen SSDs die SAS Festplatte ab?

Eine der größten Neuerungen in den letzten 20 Jahren stellen Flash basierte Speichermöglichkeiten (SSDs) dar. Für Anwendungen, welche einen hohen Datendurchsatz fordern verwendete man früher SAS Festplatten mit besonders hohen Umdrehungszahlen. Diese sind aber immer noch um ein Vielfaches langsamer als SSDs. Allerdings gibt es auch bei diesen erhebliche Unterschiede. Zu denen des Anschlusses kommt noch hinzu, dass viele SSDs für Verbraucher für viel weniger Schreibzugriffe als Server SSDs gebaut sind. Dies mag für den Heimanwender zwar ausreichend sein, aber verwendet man so eine SSD für intensive Anwendungen, wie einen Write Cache, kann sie schnell kaputt gehen. Deswegen ist es wichtig hier das richtige Modell zu wählen. Doch auch hier gibt es wie bei den Festplatten SATA SSDs, welche für stärkeren Gebrauch ausgelegt sind.

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass SAS Festplatten nur für Anwendungen, in denen absolut keine Downtime geduldet werden kann, ein Muss sind. Für Anwendungen, in denen kein Dual Porting verwendet wird, ist auch ein gutes SATA Modell ausreichend. Gleiches gilt auch für SSDs, hier ist es besonders wichtig darauf zu achten, wie viel man auf diese schreiben kann, bevor sie kaputt geht.

Controller sind eine andere Sache, dadurch dass SATA Platten auch an SAS Controller angeschlossen werden können sind diese die bessere Wahl. Denn sie haben oft Features, wie RAID und integrierten Cache für höheren Datendurchsatz. Oft haben sie sogar einen Akku, welcher die Daten im Cache im Falle eines Stromausfalles sichert. Zudem sind sie für eine größere Bandbreite oft über eine schnelleres Interface mit dem PC verbunden.

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